Der Rote Hahn

photoSeit 1968 ist der Hahn das Symbol der evangelischen Studierendengemeinden. Anfangs hatte er noch die Farbe blau, warum genau, lässt sich leider nicht sagen. Diese Farbe hatte der Hahn allerdings nicht sehr lang. Bis heute trägt er die Farbe rot, wohl aus Solidarität mit der politischen Linken. In den sechziger Jahren war die ESG eine der ersten Gruppe innerhalb der Kirche, die die Fragen der Studentenbewegung aufnahm und auch radikal umsetzte. Das führte zu Konflikten mit der Institution, der sie sich bisher bewusst zugeordnet hatte.

Früher fand man den Hahn auf vielen Kirchen als sog. Dachdackel. Er steht dort als einsamer Mahner gegen den Wind, denn sein Schnabel weist immer gegen den Wind. Deswegen ist es auch notwendig, dass er kräftig kräht, damit er – auch gegen den Wind – erhört wird. Er will dabei ermutigen, dort wo es nötig ist, sei es Gesellschaft oder Kirche, sich auch gegen den Wind der Zeit zu stellen und auf notwendige Veränderungen hinzuweisen.

Betrachtet man den ESG Hahn genauer, kann man erkennen, dass sich darin nur geöffnete, übereinander gelagerte und ineinander geschobene Kreise wiederfinden. Im Kontext von Reform und Revolution stellt dies die Teilhabe am bunten Gemisch der Gesellschaftsschichten und Weltanschauungen dar. Als Besonderheit hat der Kieler Hahn (seit 2010) keinen Fuß und wird innerhalb eines Kreises abgebildet, er soll so noch dynamischer wirken.